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Gymnocalycium bruchii
Nabend,
wie steht es eigentlich mit dem Gymnocalycium bruchii.
Habe oft gelesen das es winterhart oder frosthart ist.
Würde sie unter der überdachten Terrasse halten,wir hier haben keinen sonderlich harten Winter.
Es standen sogar vergessene rhipsalidopsis den ganzen Winter über trocken unter dem Dach,sahen sehrv zerauselt aus im Frühjahr aber haben im Juni alle reich geblüht nachdem sie sich schnell erholt hatten.
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Gymnocalycium bruchii
Gymnocalycium bruchii ist empfindlich gegen Dauerfröste, bisher habe ich ihn getestet bis -15°C in trockenem Zustand. Es gibt unterschiedliche Herkünfte deshalb ist keine generelle Aussage möglich nach meiner Erfahrung dürften die meisten in trockenem Zustand bis -10°C aushalten.Eine Angabe wo es nicht so kalt sein soll ist sinnvoll, den so ist es relativ.
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Morgen,
wir wohnen im Westen am Niederrhein.
Dauerfrost wird an dem Standort unter der Terrasse nicht sein,auch in ganz seltenen Fällen werden wir hier Temperaturen bis -15 Grad bekommen.
Gymnocalycium andreae soll auch frosthart sein?!Aber auch hier kommt es wohl auf die Herkunft an.Aber kann man sagen das beide Arten generell frosthart sind?
Würde mir dann beide gerne nächstes Jahr aus Samen ziehen und dann auf der überdachten Terrasse aufziehen und das ganze Jahr dort pflegen.
Danke für die Antworten
Sascha
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Hallo Herr Graf.
Kann man sagen, je höher der heimatlich Standort desto mehr Frost vertragen die dort wachsenden Exemplare von G. bruchii?
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frostharte Gymnocalycien
Hallo Freunde der Frostharten,
also zunächst sollte man zwischen frosthart und winterhart differenzieren. Das wird (auch hier im Forum) oft durcheinandergeworfen.
Ich verstehe unter winterhart Pflanzen, die draußen ungeschützt frei ausgepflanzt unseren Wintern strotzen. Davon gibt es (ausgenommen einige Opuntien (siehe Berichte von Uwe) eventuell wenige Escobarien weiter sehr wenig weitere Kakteen. Südamerikaner, die das mitmachen kenne ich keine.
Hingegen gibt es sehr viel mehr frostharte Pflanzen die vor Feuchtigkeit geschützt z. B. in ungeheizten Gewächshäusern überstehen. Darunter wiederum verschiedene Pflanzen, die verschiedene Frostgrade tolerieren.
Ich persönlich habe Gymnocalycium bruchii und G. calochlorum in den vergangenen drei Jahren in der ungeheizten Garage hinter einem Südfenster überwintert. Absolut trocken, und im Herbst entsprechend durch rechtzeitiges Einstellen des Gießens (Mitte Sept.) darauf vorbereitet. Die Minimaltemperaturen betrugen bis -9°C. Meine Erfahrung ist, dass die Pflanzen das zwar überstanden haben und in den darauf folgenden Vegetationsperioden auch zur Blüte gekommen sind, aber die Pflanzen nicht so vital ausschauen wie wärmer überwinterte. Parallel zu diesen in der Garage überwinterten Gymno's habe ich die gleichen Arten und G. andreae sowie G. gibbosum v. chubutense, G. gibbosum v. brachypetalum und G. baldianum auf dem unbeheizten Dachboden hinter einem Südfenster (Minimumtemperaturen -6°C) wesentlich erfolgreicher, was das äußere Aussehen der Pflanzen anbelangt, überwintert.
Meine Erfahrung (das gilt ebenso für weitere frosttolerante Südamerikaner wie einige Rebutien und Lobivien): Südamerikaner tolerieren zwar Frost, jedoch geschützt in trockenen Räumen!
Alles andere ist meines Erachtens für diese Pflanzen Quälerei.
In diesem Winter habe ich versuchsweise weitere Südamerikaner aus großen Höhenlagen >3000m wie Sulcorebutia und Mediolobivia sowie Oreocereus trollii auf dem Dachboden untergebracht. Mal schauen, wie die das mitmachen.
Apropos große Höhenlagen: Meine Cintia knizei (> 4000m) hat die Dachbodenüberwinterung zwar überstanden, sah jedoch so mitgenommen aus (schrumpelige gelbbraune Epidermis) , dass ich sie fast entsorgt hätte. Sie hat sich den Sommer über jedoch erholt. Nun überwintert sie im Keller! Also: Große Höhenlagen sind kein Garant für dauerhafte Frostbeständigkeit!
Man muß halt experimentieren.
Gruß Flor
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Hallo Flor und alle anderen
Bei den frostharten südamerik. Kakteen dürften ein paar wenige Vertreter der Maihuenia-Gruppe auch ohne Regenschutz unsere Winter durchstehen, können also als "winterhart bei uns" bezeichnet werden.
Die meisten anderen frosttoleranten Arten (ich rede lieber von Frosttoleranz :wink: ) aus Südamerika werden bei uns draussen im Winter wohl auf Grund der hohen Luftfeuchte irgendwelchen Pilzkrankheiten zum Opfer fallen, besonders diejenigen, die aus den höheren Andenregionen stammen. Dort ist es zwar im Winterhalbjahr auch sehr kalt, bis -20°C, aber bei max. 5-10% Luftfeuchte. Darum werden diese Arten hierzulande wohl kaum auf Dauer draussen gehalten werden können, auch nicht bei ganz trockenem Standort.
Gruss, Uwe
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Gymnocalicium
Gymnocalycium andreae ist meiner Meinung nach i.d.R. der Härteste und sie sind immer ein Grenzfall. Die von Flor angeführten ( G. andreae sowie G. gibbosum v. chubutense, G. gibbosum v.brachypetalum und G. baldianum) kann man auch versuchen, wobei die Firma Haage hier relativ gute Klone hat. Die Höhenlage als Aussage allein reicht nicht aus, jeweiter südlich in Südamerika um so besser, da diese mehr an ein Jahreszeiten-Klima gewöhnt sind. Je näher die Pflanzen am Äquator sind, um so schwieriger wird es, die Pflanzen haben tagsüber hohe Temperaturen und nachts geht es ordendlich in den Keller. Aus diesem Grunde meine Aussage empfindlich gegen Dauerfröste, diese sind am Niederrhein sehr selten und somit wird das Hauptproblem das Wasser/Feuchtigkeit sein und hier ist der Niederrhein etwas ungünstig.
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Hallo allen Ratgebern.
Vielen Dank für eure nützlichen Hinweise und Ratschläge.
Für mich ergibt sich daraus, dass es im Erzgebirge in ca. 500m Höhe mit oft längeren Dauerfrostperioden keinen Sinn macht, Südamerikaner außerhalb von frostsicheren Plätzen zu überwintern.
Zum Glück gibt´s noch einige schöne frostharte Escobarien und Echinocereen.
Wie gut sie diese Bedingungen in einer trockenen, absichtlich nicht luftdichten, Veranda überstehen werden die künftigen Winter zeigen.
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Hallo !
Hier in Gotha auf dem Balkon klappt es auch nicht.
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Nabend,
danke für Eure Erfahrungsberichte und Antworten.
Ich glaube da hilft nur probieren.