Der Artikel kann auf jeden Fall zum Nachdenken anregen, finde ich.
Zitat:
Zitat von http://dkg.eu/cms/cs/index.pl?navid=Webartikel_1010&id=80&sid=c
Phase 1 – Sturm und Drang
Der Beginn der Kakteenleidenschaft ist meist geprägt von dem Versuch, alles zu sammeln, was wie ein Kaktus aussieht. Was oft mit einem einzelnen Kaktus (wohlmöglich aus dem Baumarkt) beginnt, entfaltet schnell eine Eigendynamik, die noch den allerletzten Platz am Fensterbrett nötig macht. Es gibt in der Regel keine spezielle Sammelausrichtung, so dass bald ein kunterbuntes Durcheinander von Pflanzen aller möglichen Gattungen entsteht. So kommt es dann, dass in fast jeder Sammlung eine Mammillaria zeilmanniana, ein Cleistocactus strausii oder ein Echinocactus grusonii vorhanden ist.
So war das bei mir, als ich ein Teenager war. M. zeilmannia und C. strausii hatte ich allerdings nie.
Bevor ich volljährig geworden bin, habe ich wegen des kommenden Umzugs meine Sammlung aufgegeben und nur wenige Exemplare behalten.
Nun bin ich 25 und habe in diesem Jahr wieder angefangen, und zwar gleich mit Phase 2 oder 3. Ich sammle nämlich aus Platzgründen nur noch kleinbleibende Kakteen (sowie eine Handvoll Blattkakteen, werde mich diesbezüglich aber sehr beschränken (müssen)) und lege auch Wert darauf, daß es nicht zu anspruchsvolle sind. Zusätzlich habe ich auch mit dem Sammeln von Orchideen begonnen.
Wenn mir eine Pflanze nicht (mehr) gefällt oder ich mehrere davon habe, verkaufe ich sie weiter.
Zitat:
Phase 2 – Spezialisierung
Irgendwann merkt jeder frisch gebackene Kakteensammler, dass es Gattungen gibt, die man nicht einfach so sammeln kann, ohne ein gewisses Maß an speziellen, kulturbedingten Voraussetzungen zu schaffen. [...] Hinzu kommt, dass man feststellt, dass einige Gattungen in der eigenen Sammlung besonders gut gedeihen, oder man ertappt sich dabei, dass man bestimmte Pflanzen lieber hat als andere. Das ist dann der Moment, an dem man in sich geht und sich auf einen Schwerpunkt festlegt, manchmal wie aus heiterem Himmel, manchmal als bewusste Entscheidung.
Eine Spezialisierung kann sehr unterschiedlich aussehen. Die einen legen sich auf eine Gattung fest, etwa Echinocereus oder Parodia, die nächsten finden die Pflanzen einer bestimmten Gegend besonders reizvoll, etwa Chilenen oder US-Amerikaner. Wieder anderen hat es der Habitus angetan, sie sammeln Cristaten oder Epiphyten.
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Phase 3 – Konsolidierung
Ist die Spezialisierung erst einmal gefestigt, wird es Zeit, die Pflanzen, die sich in der Anfangszeit angesammelt haben, zu vermindern. Sie passen einfach nicht mehr ins Bild, der Platz wird anderweitig benötigt oder die Kulturbedingungen erzwingen eine Abschaffung (wenn das Aztekium zu diesem Zeitpunkt nicht ohnehin schon das Zeitliche gesegnet hat). [...]
Man sollte nun natürlich nicht dem Irrglauben verfallen, dass die Abschaffung der überflüssigen Pflanzen irgendetwas am Platzmangel ändert. Es reicht gerade, um die Neuanschaffungen unterzubringen, oft ist eine Erweiterung des Gewächshauses trotzdem vonnöten. [...] Zum einen geht keiner gern ohne wenigstens eine Pflanze von einer Börse nach Hause. Wenn es dort also nicht das Gesuchte gibt, dann muss es eben eine Art sein, die man zwar schon besitzt, die aber einen weiteren Vertreter gut vertragen kann.
Ich habe entschieden, nicht mit dem Aussäen anzufangen, sondern es bei der vegetativen Vermehrung (und das auch nur wenn nötig) zu belassen. Schließlich habe ich auch noch andere Hobbies. ;-)
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Phase 4 – Komprimierung
Eines Tages stellt man fest, dass man nun auch schon seit vierzig Jahren (oder länger) dabei ist. Und da wird einem plötzlich bewusst, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und die vielen Lebewesen, die man um sich herum geschart hat, einen selbst überdauern werden. Manchen ist das egal, sie machen weiter, bis sie nicht mehr sind. Andere sorgen sich, was wohl aus ihren Lieblingen werden wird und können den Gedanken nicht ertragen, dass einfach alles auf dem Kompost landet.
In dieser Phase war ich schon zum Ende meiner Teenagerzeit. Ich habe dann viele Pflanzen verschenkt und manche verkauft.
Zitat:
Die Sammlung wird auf eine Kernauswahl reduziert (was nicht heißt, dass die nicht immer noch aus Hunderten von Pflanzen bestehen kann).
Ich sage mir, daß spätestens bei 200 (Pflanzen insgesamt) Schluß ist.
Viele Grüße,
Sev