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Regenwasser abkochen
Liebe Forenmitglieder,
ich verwende zum Giessen meiner Kakteen Regenwasser, das einen pH von ungefähr 6,0 aufweist. Es steht bei mir vor dem Giessen auf der Heizung, damit es so ca. 30 °C warm ist. Nun habe ich mehrfach gelesen, dass man Regenwasser abkochen soll, bevor man damit giesst. Bei kalkhaltigem Wasser kann ich das verstehen, weil dadurch ein Teil des Kalkes ausfällt. Aber bei Regenwasser? Kalk ist da keiner drin, und es finden sich darin doch keine anderen Pilz- und Schimmelsporen, als diejenigen, die sowieso in der Luft rumfliegen und sich demnach auch aus der Luft auf die Kakteen absetzen können. Ich glühe ja auch die Luft nicht aus, die ich an meine Kakteen lasse.... Soll ich also auch Regenwasser abkochen? Was meint Ihr?
Einen fröhlichen - für die Jecken - und einen einen störungsfreien - für die anderen Menschen - Rosenmontag wünscht
Niko
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Hallo Niko
Also ich filtere das Regenwasser damit es sauber ist, aber kochen tue ich es nicht.
Bis jetzt hatte ich keinerlei probleme damit.
Helga
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ich gieß auch mit regenwasser, ich habs bisher nicht gefiltert wenns nicht allzuschmutzig war, meinen lieblingen hats nix ausgemacht bisher...
filtern is denk ich ok, abkochen muss nicht sein!
gruß, ludwig
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Hallo !
Und wer kocht den Regen in der Natur ab ? Da müssen die im Regenwald aber ganz schön zu tun haben. :wink:
Tschüssi Alex
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Hallo,
ich wette das mit dem abkochen ist lediglich im Zusammenhang mit Aussaaten gemeint. Alles andere würde keinen Sinn machen.
michael
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ich würds auch nicht abkochen. Höchstens auf Schadstoffe testen...
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Hallo,
ich giesse auch nur mit Regenwasser (ein Déjà Lis). Je nachdem von welchem Dach hier das Wasser fliesst messe ich jedoch einen pH von 8,5 bis 9,0. Das ist ganz natürlich, wenn man in einer Gegend mit etwas sauberer Luft wohnt! Im Moment versuche ich eine ehemalige Klärgrube zu reaktivieren, um Regenwasser zu sammeln. Zwar ist die Grube gereinigt und ein neuer Überlauf zum Abwasser gelegt, doch habe ich es vor dem Winter nicht mehr geschafft das Wasser aus den Regenrinnen über einen Filter an die Grube anzuschliessen. Aus diesem Grunde muss ich zur Zeit aus meinen Tonnen Eis hacken und auftauen.
Das Abkochen des Wassers dient nicht nur der Sterilisation oder dem Ausfällen von Kalk, sondern auch dem Austreiben physikalisch gelöster Gase. Ich glaube, dass der Rat bezüglich des Abkochens darauf beruht möglichst Bakterien, Pilze und Algen abzutöten. Untersuchungen über die Zusammensetzung des reinen Regenwasser zeigen, dass beispielsweise über die Stickoxide bereits so viele Pflanzennährstoffe im Regenwasser enthalten sind, dass Hochmoore gar nicht mehr Wachsen können, sondern völlig überdüngt werden. Wenn es nach längerer Pause wieder einmal regnet, wird in eine Regentonne auch jeglich Staub und Dreck von den Dächern gespühlt, dazu aber auch jede Menge Keime etc. Auf diese Weise erhält man eine Nährbrühe, die die daran enthaltenen Bakterien und Algen super wachsen lässt, besonders dann, wenn das Wasser zum Erwärmen längere Zeit bei 30 Grad steht. Das ist um einige Dimensionen (Zehnerpotenzen) mehr und diverser als das was so an Mikroorganismen über die Luft an die Pflanzen gelangt! Vor dem Abkochen wäre es demnach sinnvoller Regenwasser stets dunkel und kühl zu lagern und regelmäßig Regentonnen, Kannen und Wassersprüher zu reinigen. Letzters tue ich nur, wenn sich die Algen wirklich als sichtbarer Belag zeigen. Ansonsten bin ich hierbei eher faul und vom Abkochen kann keine Rede sein.
Grüße
Christian
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Hallo alle zusammen!
Zuerst einmal: Vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Ich werde jetzt vorerst beruhigt mit Regenwasser weitergiessen, ohne es zu kochen, auch wenn Christians Ausführungen mich da zum Nachdenken bringen.
Zum Praktischen: Ich habe eine grosse Plane aufgespannt, mit der ich Regenwasser (bzw. gestern Schnee, der jetzt taut) auffange und in einem Kübel sammle. Unsere Regenrinne ist nämlich aus verzinktem Blech, und wenn der Regen Stickoxide und Schwefeldioxid aufnimmt, dann bilden sich Säuren, die das Zink auflösen. Zink ist zwar ein Spurenelement, aber schnell erreicht man im Substrat Konzentrationen, die als Wurzelgift wirken. Darüber hatte ich neulich ein Gespräch mit einem Gärtner unseres hiesigen botanischen Gartens. Bei empfindlichen Kulturen dürfen dort im Gewächshaus keine verzinkten Metallteile für die Tragekonstruktion des Hauses verwendet werden, damit kein zinkhaltiges Kondenswasser auf die Kulturen tropft! Ausserdem hat die Plane den Vorteil, dass ich sie nach Gebrauch wieder wegnehmen kann, was sie vor Verunreinigungen (Staub, Pollen = Stickstoffreich und pilzgefährdet, etc.) schützt. So habe ich nicht das Problem, dass im Sommer ein Regen nach längerer Trockenheit erst einmal viele unerwünschte Stoffe in mein Giesswasser schwemmt.
Einmal eingesammelt, lagere ich das Wasser bis zum Gebrauch im dunklen, fensterlosen Keller, so bei 5 bis 8 °C, und hole es erst ein bis zwei Stunden vor dem Giessen in die Wohnung. Ich denke, dass ich damit ganz gut fahre. Algen bilden sich im Kanister bisher keine. Die brauchen ja auch Licht zum Wachsen.
Der niedrige pH-Wert liegt sicherlich an den vielen Stadt-typischen Stoffen in der Heidelberger Luft, aber auch in meiner Heimat, dem Hunsrück (am höchsten Berg Deutschlands - westlich des Rheins), einem Reinluftgebiet, komme ich nicht auf einen pH-Wert im Regenwasser über 6,7. Er dürfte ja auch nicht höher als 7,0 sein, wenn es keinen kalk- oder sonstigen basenhaltigen Staub in der Luft gibt.
Nochmals Danke für alle Rückmeldungen und bleibt stark, was das Kribbeln in den Fingern angeht - ich spür's auch schon arg!
Grüsse vom Neckar
Niko
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Hallo !
Was den Dreck im Regenwasser bzw. auf dem Dach betrifft, kann ich nur zustimmen. Ich hatte da schon ganze Zigarettenstummel durch den Schlauch gesaugt.
Wie die auf das Dach eines Vierstöckigen Hauses kommen weiß ich aber auch nicht.
Ich verwende aber sehr wenig Dünger und so ist es bei mir vielleicht auch nicht so schlimm. Trinken würde ich das Wasser aber nicht.
Tschüssi Alex
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hi,
mann, was bin ich da für ein schlampiger kakteengärtner. ich nehme das wasser, wie´s vom himmel fallt. muss ich jetzt ein schlechtes gewissen haben?
darüber habe ich mir nun wirklich keine gedanken gemacht...
@ niko:
wieviele kilometer ist den deine regenrinne lang? um chemisch was zu bewirken, braucht es zeit. und die paar sekunden , die das wasser durch die leitung rauscht, reichen sicher nicht. anders bei kondensattropfen: die hängen erstens fast immer an der gleichen stelle und dann auch sehr lange; da ist chemisch schon einiges zu erwarten....(wobei kondensat chemisch fast rein ist :wink: )