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Thema: Unterwegs in Arizona

  1. #11
    Erfahrener Benutzer *** Avatar von Ralf H.
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    Danke für euer Interesse an meinem Bericht! :-)

    Für alle die beim Forumtreffen meine Bilder gesehen haben, hier geht jetzt der Bericht weiter.

    Der nächste Morgen hat sich nicht so gestaltet wie wir uns das eigentlich gewünscht hatten.
    Dichte Wolken, kalte Temperaturen und Schneeregen Schauer trübten unsere Stimmung.
    Selbst die Vermillion Cliffs waren dicht von Wolken verhangen.



    Trotzdem machten wir uns auf den Weg ins House Rock Valley um nach Kakteen Ausschau zu halten.
    Wir hatten auch bald Erfolg und fanden die ersten Pflanzen von Escobaria missouriensis var. martsonii.



    Es machte wirklich keinen Spaß, da ein kalter Wind immer wieder Schneeregen Schauer durch das Tal bließ.



    Das House Rock Valley ist ein sehr weites Tal das sich nördlich vom Grand Canyon in nördliche Richtung erstreckt.
    Im Winter ist es von Schnee bedeckt und es gibt auch Frost. Dementsprechend ist die Vegetation und die Kakteen
    die man dort vorfindet.



    Bei unserer Suche nach Sclerocactus sileri der am nördlichen Ende vom Tal wachsen soll sind wir auf prähistorische Felszeichnungen
    gestoßen. Die Petroglyphen sind warscheinlich einige tausend Jahre alt und wer weiß ob diese überhaupt schon einmal jemand
    gesehen hat.



    Außerdem haben wir auch sehr schöne Exemplare von Echinocereus mojavensis gefunden. Im Hintergrund sieht man das
    Kaibab Plateau auf dem am Morgen frischer Schnee gefallen war. Was wir dort gefunden haben zeige ich später.
    Echinocereus mojavensis ist winterhart, dies gilt auch für unsere Breiten und sollte mit einem Regenschutz unsere Winter
    im Freien überleben.





    Unser Versuch den Stantort von Sclerocactus sileri zu erreichen ist leider im Schlamm versunken. Die "Straße" dorthin war
    so dermaßen aufgeweicht und schlammig, dass wir auf Rücksicht von unserem Begleitfahrzeug eine Weiterfahrt aufgegeben haben.
    Immerhin haben wir nun einen Grund noch einmal ins House Rock Valley zurück zu kommen.
    So langsam haben sich auch die Wolken und Schauer verzogen und die Sonne kam immer mehr zum Vorschein.
    Auf dem Rückweg haben wir eine Rast eingelegt auch um einen Plan B zu finden.
    Die Raststelle war ein Beobachtungsplatz um den Kalifornischen Kondor zu sehen. Dieser segelt vorhnehmich in der Thermik an den
    Vermillion Cliffs. Leider haben wir keine Tiere in der Luft gesehen, da es noch recht kalt war. Nur durch ein starkes Fernglas von unserem
    Begleiter Thomas Staudt konnten wir einige Tiere auf den Felsen in einer Voliäre sehen, die dazu dient um die Vögel dort wieder
    anzusiedeln.



    Auf dem Rückweg aus dem House Rock Valley haben wir nochmals angehalten um das bessere Wetter zu nutzen und einige
    Escobaria missouriensis var. martsonii zu finden.



    Und so sieht es aus wenn man kleine, nahezu im Boden versunkene Kakteen sucht.



    Hier ein Blick in nördliche Richtung in das House Rock Valley.



    Auf der linken Seite ist das Kaibab Plateau und rechts die Vermillion Cliffs, welche Teil des Grand Staicase-Escalante National Monuments
    sind. Das House Rock Valley befindet sich in ca. 1500 m Höhe und steigt in nördliche Richtung an. Das ganze Tal ist Weidefläche
    für Rinder und im nördlicheren Teil beginnt eine Kiefer-Wacholder Vegetation.

    Unser weiterer Weg führte uns hinauf auf das Kaibab Plateau. Was wir dort gefunden haben seht ihr bald.

    +++ Fortsetzung folgt +++
    Geändert von Ralf H. (02.07.2017 um 12:46 Uhr)
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist,
    werdet Ihr herausfinden, daß man Geld nicht essen kann.
    (Weisheit der Cree Indianer)

  2. #12
    Erfahrener Benutzer *** Avatar von Ralf H.
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    Die Stelle auf dem Kaibab-Plateau an dem wir weitere Kakteen gesucht haben befindet sich etwa 600-800 m über dem House Rock Valley.
    Am Morgen hat in diesen Bereich wohl noch eine teilweise geschlossene Schneedecke gelegen die im laufe des Vormittags wieder
    geschmolzen ist. Enstsprechend nass war auch der Boden.
    Die ersten Kakteen die wir gefunden haben waren "alte Bekannte".







    Doch dann nach einer Weile des suchens und eigentlich auch nur ein paar Meter von unseren Autos entfernt fanden wie
    etliche Pediocactus paradinei. Die größe der Pflanzen reichte von Exemplaren mit ca. 1 cm bis zu Pflanzen mit ca. 5-6 cm
    Durchmesser.







    Die Population ist so dicht, dass wir in kürzester Zeit ca. 30 bis 50 Pflanzen gefunden haben.
    Leider waren die Temperaturen nicht ausreichend um offene Blüten zu finden. Aber immerhin einige Pflanzen mit
    fast geöffneten Blüten.



    Teilweise ist es auch nicht ganz einfach "perfekte" Bilder davon zu machen.





    Auf dem Rückweg ins Tal haben wir die schöne Aussicht genossen, welche wirklich atemberaubend ist.



    Das war aber noch lange nicht alles für diesen Tag. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft haben wir noch einen weiteren
    Stop gemacht um seltene und relativ kleine Kakteen zu suchen und zu finden.
    Welche dies waren zeige ich euch bald.

    +++ Fortsetzung folgt +++
    Geändert von Ralf H. (02.07.2017 um 12:50 Uhr)
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist,
    werdet Ihr herausfinden, daß man Geld nicht essen kann.
    (Weisheit der Cree Indianer)

  3. #13
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Thomas Kühlke
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    Herzlichen Dank, Ralf, für diesen beeindruckenden Bericht!
    Sehr kurzweilig und interessant! Bin begeistert!
    Ciao, Tom.
    Kakteensammeln ist eine schwere, internationale Krankheit, wer von ihr infiziert wird, ist nicht mehr zu retten!
    Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!

  4. #14
    Moderator **** Avatar von Jan Carius
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    Sehr schön dokumentiert. Ich bin auch begeistert und freue mich auf die Fortsetzungen.

    Beste Grüße Jan

  5. #15
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    Wow wunfervoll, das steht bei mir auch noch auf meiner to do list

  6. #16
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    Vielen Dank für eure netten Antworten!

    Nach einigen Meilen auf dem Highway sind wir dann kurz vor unserer Unterkunft in Richtung
    zum Marble Canyon abgebogen. Die unbefestigte Straße zum Canyon hatte ihre Tücken und war
    auch mit einem Allrad Fahrzeug nicht sehr komfortabel zu befahren.
    Nach einer Weile tauchte ein Schild vor uns auf.



    Diese Stelle ist sehr bekannt und das Schild sollte bei Liebhabern der Gattung Pediocactus auch bekannt sein.
    Es handelt sich um Pediocactus bradyi der hier ganz besonders geschützt werden soll.
    Wir sind die Straße noch ein ganzes Stück weitergefahren um dann endlich nach den Pflanzen zu suchen.

    Es ist wirklich nicht ganz einfach diese relativ kleinen Pflanzen, die in ihrer Umgebung gut getarnt sind zu finden.
    Nach einer Weile des Suchens war es dann aber endlich soweit.



    Leider war die Blütezeit schon lange vorbei, so dass wir nur noch bzw. schon die Früchte an den Pflanzen gesehen haben.
    Ich schätze, dass die Pflanzen bereits Anfang März blühen und dafür das Wasser der Schneeschmelze ausschlaggebend ist.
    Am Standort von Pediocactus bradyi gibt es im Winter Frost und es liegt auch Schnee in dem Tal vom Marble Canyon.
    Diese Art sollte u.U. für unsere Verhältnisse winterhart sein, jedoch möchte ich dies nicht ausprobieren. Dazu wäre mir meine
    Pflanze zu schade.



    Für eine "perfekte" Aufnahme muss man gelegentlich vollen Körpereinsatz zeigen.



    Ein ganz besonders Highlight zu dem uns Rob und John bewusst geführt hatten war ein Christat von Pediocactus bradyi.







    Es war schon höchst interessant so etwas seltenes und einzigartiges in der natürlichen Umgebung zu sehen.
    Ich hoffe nur, dass diese Pflanze noch viele Jahre dort an ihrem Standort ungestört weiter wachsen kann.

    Unsere Suche nach weiteren Pflanzen führte uns auch sehr nah an den Canyon Rand. Auch dort fanden wir wieder
    Echinocactus polycephalus ssp. xeranthemoides. Diese Art ist weiter verbreitet als erst vermutet.
    Die Pflanzen wachsen über viele Meilen entlang dem Canyon den Colorado River über den Grand Canyon bis nach Nevada und Kalifornien.



    Aber nicht nur die Kakteen sind bewundernswert auch die Aussicht die man immer wieder genießen kann.



    Selbst sehr nah am Canyon Rand findet man immer wieder Pediocactus bradyi. Das sogar in großer Anzahl.




    Es ist wirklich erstaunlich wie groß die Vielfalt an Kakteen ist die man in Arizona zu sehen bekommt.
    Wobei die seltenen und sehr interessanten Pflanzen im nördlichen Teil von Arizona vorkommen, in Bereichen in denen es im
    Winter Schnee und Frost gibt.
    Ich hoffe das die Pflanzen ungestört von äußeren Einflüssen an ihren natürlichen Standorten noch viele Generationen bestehen
    können und viele weitere interessierte Kakteenliebhaber sich bei einem Besuch der Stantorte daran erfreuen können.
    Dies wäre mir allerdings ohne meine Freundschaft zu Rob Romero und John Durham und deren hervorragende Ortskenntnis nicht
    möglich gewesen.
    Auch meine bereits mehrjährige Mitglitgliedschaft in der Tucson Cacti and Succulent Society und die Kontakte zu vielen Mitgliedern
    ermöglichen es mir erst, dass ich solche interessante und aufregende Reisen machen kann und in Zukunft auch weiterhin machen werde.

    Ich bedanke mich für euer Interesse an meinen kleinen Bericht der in Wirklichkeit noch viel umfassender ist.
    Leider kann man das alles nur sehr schwer hier in dieser Form wiedergeben, Aber ich hoffe es hat euch gefallen.
    Bis zur nächsten Reise!



    v.l.n.r. Thomas Staudt, Maria Voris, John Durham, Susan Durham, Rob Romero

    +++ ENDE +++
    Geändert von Ralf H. (02.07.2017 um 12:57 Uhr)
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist,
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  7. #17
    Administrator ***** Avatar von samsine
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    Lieber Ralf,

    danke für diesen tollen Bericht und die fantastischen Bilder.
    Musste gleich noch mal von Anfang an durchblättern, traumhafte Landschaften und tolle Pflanzen.

    Beste Grüße
    Frauke

  8. #18
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Thomas Kühlke
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    Grandios mein Lieber, grandios!!
    Recht herzlichen Dank!!
    Kakteensammeln ist eine schwere, internationale Krankheit, wer von ihr infiziert wird, ist nicht mehr zu retten!
    Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!

  9. #19
    Benutzer * Avatar von Wini
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    Danke ,für die tollen Bilder!

    Wini

  10. #20
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    Vielen Dank für die wunderschönen Bilder und Berichte!
    Ich mache mir gerade einen gemütlichen Abend und schaue mir deine "Kunstwerke" an.
    MfG der KakteenFreak

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