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Thema: Säulenkaktus fault

  1. #11
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    Zitat Zitat von wolfgangpue Beitrag anzeigen
    Habt ihr da noch Tipps wie ich am besten vorgehe jetzt im Hochsommer? Wie lange soll ich ihn trocknen lassen bevor ich ihn wieder ins Substrat stecke? Ich würde einfach mit einem Messer mit Alkohol desinfiziert den gesunden Teil abschneiden und alle Stellen mit Holzkohle bepinseln? Dann 1-2 Wochen trocknen lassen und dann ihn wieder in Kakteenerde setzen. Aber ich würde ihn dann heuer im Haus lassen und ihn warm überwintern damit er weiter wurzeln kann. Passt die Vorgehensweise oder habt ihr andere Empfehlungen? Danke
    Hi Wolfgang,

    mein (unverbindlicher) Tipp: Das mit dem Messer wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren. Säulenkakteen brauchen eine stabile Stütze, um nicht bei jedem kleinsten Luftzug umzuknicken. Wie bei unseren Bäumen befindet sich dieses Stützgeweben innen drin. Und die ist fast so massiv wie das Holz unserer Bäume. Ich fürchte, mit einem Messer wirst Du da nicht so leicht durchkommen. Und das mit dem desinfiszieen halte ich ebenfalls für unnötig. Ich habe schon etliche Male meine Säulenkakteen umschneiden müssen, weil sie einfach für die Fensterbank zu groß wurden und da hab ich auch schon mal eine total rostige Säge genommen. Hat nie geschadet, weder dem Stumpf unten (der dann willig neu ausgetrieben hat) noch dem Steckling oben.

    Also: ich würde den oberen Teil abnehmen (mit welchem Werkzeug auch immer) und das Teil dann für das heurige Jahr einfach in Ruhe lassen. Die ersten 10 Tage bis 2 Wochen liegend abtrocknen lassen, dann auf ein paar Lagen Küchenkrepp stellen, welches gelegentlich angefeuchtet wird. Täglich gucken, ob sich an der Schnittstelle bereits die ersten Ansätze von Wurzeln bilden (da sollten so eine Art von kleinen Warzen erscheinen). Dann den Kaktus in ein Gefäß mit handelsüblicher Kakteenerde stellen und mäßig feucht halten. Nach 3 Wochen sollen die Wurzeln gut entwickelt sein - und jetzt beginnen, ihn an die noch vorhandene Septembersonne zu gewöhnen. Gut möglich, dass er noch leichte Anzeichen von neuen Austrieb zeigt. Bis Mitte/Ende September etwas mehr Wasser geben, danach die Wassergaben zurück fahren und ihn ganz normal überwintern. Wurzeln bilden braucht er mit Sicherheit nicht. Das macht er dann im Frühling wett.

    Oder aber: Du lässt den Steckling bis zum kommenden Frühjahr überhaupt in Ruhe; nach dem Abtrocknen sollte er aber (wenn geht) aufrecht stehen und absolut trocken bleiben. Hell ohne direkte Sonne wäre gut, dunkler Schatten schadet aber auch nicht (macht nur die Gewöhnung ans Licht im Früher schwieriger). Und dann im Frühling einfach ins normale Kekteensubstrat einbetten und vorsichtig gießen (die Erde oben immer leicht feucht halten, keine Nässe aufkommen lassen. Sobald der Kaktus dann Anzeichen für einen Neuaustrieb zeigt, kannst Du ihn wie einen ausgewachsenen Kaktus behandeln.

    Viel Glück,

    Herby (der auch aus Österreich - Wien - kommt)

  2. #12
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    Zitat Zitat von Foto-Herby Beitrag anzeigen
    Wie bei unseren Bäumen befindet sich dieses Stützgeweben innen drin. Und die ist fast so massiv wie das Holz unserer Bäume. Ich fürchte, mit einem Messer wirst Du da nicht so leicht durchkommen.
    Danke für den Tipp. Mit dem Messer ging es echt schwer. Hab zwar ein mega scharfes genommen aber hab da ordentlich drücken müssen. Leider zu stark, weil dann bin ich durch den Stamm durch und hab auch gleich einen von den Drillingen mit geköpft.
    Den unteren Stumpf habe ich dann bei beiden mit einer kleinen Säge abgeschnitten.

    Jedenfalls war alles stabiler und nicht so faulig wie gedacht. Der innere Kern war aber an einer Stelle komplett hinüber. Außen war fast alles durchgehen braun (vertrocknet), aber innen drinnen trotzdem alles saftig.

    20190801_185959.jpg20190801_190708.jpg

    Zitat Zitat von Foto-Herby Beitrag anzeigen
    Hat nie geschadet, weder dem Stumpf unten (der dann willig neu ausgetrieben hat)
    Wie treibt der denn neu aus? Kommt da seitlich ein Arm raus? Den kleinen Drilling habe ich jetzt komplett am Stumpf abgesägt, weil ich gedacht hab da wird nichts mehr daraus.


    Habe auch gleich einen zweiten Kaktus mitbehandelt der an vielen Stellen zu faulen begonnen hat. Alles was gelb oder faulig war habe ich weggeschnitten. Im Frühjahr hab ich schon einmal abgestorbene Verästelungen entfernt, die scheinen alle gut verheilt zu sein.

    20190801_190827.jpg20190801_193830.jpg

    Jetzt kommen die beiden Kakteen ins Zimmer und sollen sich mal von den Strapazen erholen. Ich hoffe die Säulen beginnen dann zu wurzeln. Werde euch am Laufenden halten.

    LG und danke für alle Tipps
    Wolfgang

  3. #13
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    Hi Wolfgang,

    die Bilder 3 und 4 sehen ja fürchterlich aus. Sowas hab ich ja noch nie gesehen; könnte wohl irgendein Pilz sein, den Du Dir irgendwie eingeschleppt hast. Sieht ja fast so aus, als wäre da Jemand mit dem Bunsenbrenner dran gegangen. Wenns denn tatsächlich ein Pilz sein sollte, könnte es sein, dass die Sache noch lange nicht ausgestanden ist. Wenn der Pilz nämlich schon im gesund aussehenden Gewebe eingedrungen ist, wird dort wieder das Spiel von Vorne beginnen. Aber seien wir mal zuversichtlich ...

    Die beiden Köpfe vom Säulenkaktus einfach mindestens 10 bis 14 Tage liegen lassen, dann am Besten mit den Fingern prüfen, ob die Schnittstelle trocken und auch halbwegs fest ist. Und nicht wundern, die Schnittstelle selbst wird etwas nach innen einfallen, das ist aber normal (die Pflanze 'versiegelt' ja die Schnittstelle und braucht dafür natürlich 'Lebenssaft'). Danach wie oben beschrieben verfahren. Entweder sofort aufs Substrat und immer leicht feucht halten - oder die Prozedur erst im Frühjahr angehen. Der Kaktus sollte die lange Zeit auf jeden Fall überstehen ohne eingetopft zu sein.

    Und wegen neuem Austrieb an der Basis: Es ist so, dass beim Kaktus an jeder Areole grundsätzlich ein 'schlafendes Auge' steckt. Ist so wie bei unseren Pflanzen, wo ja an jedem Blattansatz ebenfalls ein neuer Ast wachsen kann. Manche machen das sehr willig (viele Opuntien beispielsweise), und bei Säulenkakteen kommt das auch vor, man kennt ja die typischen Zeichnungen von amerikanischen Säulenkakteen, wo immer 1 oder 2 Seitentriebe vorkommen - und bei manchen Kakteen kommen sie so gut wie nie vor (die meisten Kugelkakteen bilden kaum solche Seitentriebe). Geht allerdings das Wachstumszentrum (also die Spitze), dann wäre das ja der Tod der Pflanze, weil sie sich ja kaum mehr weiter entwickeln könnte. Und dann wird das eine oder andere schlafende Auge aktiviert und dort bildet sich dann ein neues Wachstumszentrum. Es könnte auch sein, dass gleich mehrere der schlafenden Augen geweckt werden. Den Topf stehen lassen und nur mäßig gießen, kann sich also lohnen. Wegwerfen kannst Du den Topf auch noch später, falls die Pflanze schon zu sehr geschwächt ist.

    Beim anderen Exemplar bin ich mir nicht sicher, ob der noch Chancen hat. Sieht ja fast so aus, als ob da wer mit einem Bunsenbrenner drüber gegangen wäre. Entweder ist es tatsächlich ein Pilz oder irgendein Pflanzenvirus hat sich eingeschlichen. Und wenn diese Vermutung stimmt, dann besteht die Gefahr, dass die Sache noch nicht vom Tisch ist.

    Ich drück Dir jedenfalls die Daumen,

    Herby

  4. #14
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    Ich würde die Säulen noch anspitzen.

  5. #15
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    So, jetzt nach 2 Wochen sehen die Säulen leider nicht mehr so gut aus. Hab sie jetzt hell bei ca. 22 Grad liegen lassen. Die ersten 1-2 Tage haben sie sich leicht rötlich verfärbt. Die letzten paar Tage haben sie leider oben schwarz (faulen) begonnen.
    Was kann ich jetzt noch machen? Ich werde den fauligen Teil wieder wegschneiden und soll ich sie probieren noch wärmer und trockener zu lagern. Oder die Wunde zu desinfizieren? Alkohol, Zimt, Holzkohle?

    Bin für jeden Tipp dankbar. Vielleicht kann man sie noch retten?

    20190812_070016.jpg20190812_070023.jpg

  6. #16
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    Hallo Wolfgang,

    das sieht ja nicht gut aus.
    Ich würde jetzt ein bei dem linken (kleineren) Stück nochmal mindestens ein Drittel wegschneiden - ist nach dem Foto etwas schlecht zu beurteilen. Bei dem größeren Stück würde ich ein Stück der gleichen Länge wegschneiden. Der Trocknungsprozess muss nun von Neuem beginnen. Wie Stachelmaus schon schrieb, ist es günstig die Stecklinge unten anzuspitzen.

    Viel Glück beim zweiten Versuch wünscht
    Ingo.

  7. #17
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    Update: Hab am 15.August das faulige Ende weggeschnitten und angespitzt. Nimm mal an dass das Gästezimmer zur Trockung nicht geeignet war. War zwar hell, aber die 21 Grad (Passivkühlung) bei 70% Luftfeuchte dürften die Fäulnis begünstigt haben. Hab die Säulen dann in einen hellen Kellerraum gebracht und dort auch einen Luftraumentfeuchter aufgestellt. Kellerraum war nicht an die Wohnraumlüftung angeschlossen, daher 24 Grad bei 40% Luftfeuchte.

    Nun scheinen sie schön getrocknet zu sein. Wie tief muss ich den die Säule in die Erde stecken? Hab gedacht ich halte die Erde leicht feucht und lasse den Kaktus weiterhin im Keller (Winterquartier) stehen. Licht sollte er am Fenster nicht zu wenig haben.

    lg Wolfi

    20190831_174559.jpgClipboard02.jpg

  8. #18
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    Zitat Zitat von wolfgangpue Beitrag anzeigen
    Update: Hab am 15.August das faulige Ende weggeschnitten und angespitzt.
    ...
    Nun scheinen sie schön getrocknet zu sein. Wie tief muss ich den die Säule in die Erde stecken?
    Sieht gut aus. Je tiefer du die Säule ins Substrat setzt, desto eher kann sie unten wegfaulen.
    Andererseits wird sie dann besser gerade stehen und nicht so leicht umkippen (nach dem sie
    angewachsen ist).

    Ich würde sie 2 bis 3 Zentimeter tief einsetzen und einen Holzstab daneben stecken.
    An dem kann man die Säule dann anbinden, bis sie angewachsen ist.

    Zitat Zitat von wolfgangpue Beitrag anzeigen
    Hab gedacht ich halte die Erde leicht feucht und lasse den Kaktus weiterhin im Keller (Winterquartier) stehen.
    Licht sollte er am Fenster nicht zu wenig haben.
    Solange es dort noch 24°C warm ist, sollte das funktionieren.

    Gruß,
    Micha

  9. #19
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    Ich finds immer schön, wenn sich jemand um seine kranken/kaputten Pflanzen bemüht.
    Die meißten Leute schmeißen doch einfach weg...

    Viel Glück!

    Bettina
    Es ist wirklich hart ein Kaktus zu sein.
    Ständig bist Du spitz und keiner will Dich anfassen.


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