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Thema: Hilfe und Frage

  1. #11
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    Hi Durchschnitts-Doktor,

    leider bist Du ziemlich schreibfaul, daher kann ich Deinen bisherigen Worten nicht entnehmen, wie Du Deinen Kaktus bislang gepflegt hast. Ich meine Dinge wie: Standort (sonnig, halbschattig, schattig, im Freien, am Fensterbrett, hinter Glas, ...), Temperatur (Sommer, Winter), Wassergaben (sehr viel, viel, mittel, wenig, sehr wenig), Düngegaben (viel, mittel, wenig, gar nicht) usw.

    Ich stelle jetzt mal aufgrund der bisherigen Daten eine Theorie auf:

    Ein Kaktus, der aus dem Scheitel nicht wachsen möchte, wird in den meisten Fällen viel zu trocken gehalten. Leider lese ich auch hier im Forum zu häufig, dass man Kakteen wenig gießen soll, aber das stimmt nur bedingt bzw nur bei ganz bestimmten Arten. Die allermeisten Kakteen brauchen im Sommer sogar sehr viel Wasser. Und mehr noch, wenn sie hinter Glas stehen, da es dabei sehr häufig zu Hitzestau kommt und der Kaktus dadurch viel mehr Wasser durch seine Poren verliert. Und dieses Wasser muss über die Wurzeln wieder in die Pflanze rein.
    Wenn ich mir Deine Bilder ansehe, dann ist meiner Meinung nach deutlich zu erkennen, wie das Gewebe bereits bräunlich anläuft, und das deutet immer auf Verbrennungen hin. Der Kaktus hat schon lange damit begonnen, sich gegen die Hitze und die Trockenheit zu schützen, indem er seine Oberfläche 'dicht' macht mit einer wachsartigen Schicht. So kann weniger Wasser verdunsten und der Kaktus selbst bleibt damit am Leben. Das Wachstum einzelner Stacheln wäre eine zusätzliche Reaktion, um sich bei Trockenphasen noch stärker gegen Fressfeinde zu schützen, aber das braucht uns jetzt nicht interessieren.

    Sollte meine Theorie stimmen (und ich bin vollends überzeugt davon, dass ich damit richtig liege), dann braucht der Kaktus dringlichst frisches Wasser. Und das heißt: Gieße ihn mal ordentlich an. Lasse das Wasser im Untersetzer ruhig über Nacht stehen. Obwohl das auch hier immer wieder ein Thema ist, dass 'nasse Füße' schlecht wären - das stimmt so nicht. Jedenfalls nicht, wenn der Kaktus am Fensterbrett hinter Glas steht. Ich lasse meine Exemplare auch immer wieder über Nacht (und manchesmal sogar über 2 oder 3 Tage) mit Wasser im Untersetzer stehen, weil ich draufgekommen bin, dass es bei starkem Sonnenschein den Pflanzen ungemein gut tut. Meine Kakteen stehen auch am Fensterbrett hinter Glas am südwestlich ausgerichteten Fenster und sie haben diese Tortour bislang immer sehr gut überstanden. Aber erwarte dadurch kein Wunder, die Pflanze braucht jetzt ein paar Wochen, um aus diesem 'Dornröschen-Schlaf' wieder aufzuwachen. Mit neuem Austrieb solltest Du nicht vor 4 Wochen rechnen. Also ist Geduld gefragt. Und sollte ich tatsächlich recht haben und die Pflanze erfreut Dich wieder mit neuem Austrieb, dann halte ihn diesen Winter etwas wärmer (15°C wäre ok) mit gelegentlichen Wassergaben (etwa 1/8 Liter pro 10 Tage), das fördert den Wachstumsbeginn im nächsten Jahr. Allerdings: zu viel Wasser bei zu hohen Temperaturen im Winter lässt die Pflanze wegen Lichtmangel 'vergeilen'. Das heißt, er wächst dann weiter, bildet aber weniger starkes Stützgewebe aus. Hier also sehr vorsichtig agieren.

    Sollte ich aber mit meiner These falsch liegen - dann vergiss meine Worte einfach ...

    Herby

  2. #12
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Thomas Kühlke
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    Hallo,
    wie Ingo schon trefflich formulierte, Pachys sind "Dickköpfe". Wenn ihnen etwas nicht passt, passiert nicht mehr allzu viel.
    Dazu sollte man wissen, wo sie herkommen. Sie sind es gewohnt in mineralischen Böden zu wachsen und sehr unregelmäßig Wasser zu bekommen.
    Was ist das für ein Substrat worin er steht? Sieht nach der ungeeigneten Baumarktkakteenerde aus, mit etwas Kieselstreu oben drauf.
    Die besteht zu 90% aus Torf und wie ja jeder weiß, kommt Torf aus den Mooren. Die Frage ist nun, wachsen irgendwo auf der Welt Kakteen in Mooren???
    Also, willst Du in einem Ort "wohnen", den Du partout nicht gewohnt bist und absolut nicht magst?
    Was gibt es bei Dir zu "essen"? Immer nur einen Schluck Wasser ab und an, davon gehst Du selbst auch irgendwann in den "Ruhestand"!
    In den Habitaten der Kakteen werden durch irdische Drücke und heftige Regen Mineralsalze aus den Böden gewaschen/gelöst und stehen den Pflanzen so für ihr Fortkommen zur Verfügung.
    Diese heftigen Güsse sind aber recht selten und die Pflanzen reagieren darauf mit einer Art "Speicherattacke". Alles, was kurzfristig zu erhaschen ist, wird über die Flächenwurzeln schnell "eingesammelt" und im Speichergewebe abgelegt. Quasi für die "schlechte Zeit", wo es trocken bleibt. Und das ist die längste Zeitdauer so.
    Wie bekommst Du diesen Lauf nun zu Hause hin?
    1. Herkunft=Aride Gebiete=massig direkte Sonne=sonnigster Platz in der Wohnung, besser ab Frühjahr bis Herbst direkt regengeschützt nach draussen!
    2. Herkunft=mineralische Böden mit geringen humosen Ansammlungen=mineralische Kakteenerde aus dem Fachhandel(und der heißt nicht "Baumarkt")!
    3. Herkunft=gelöste Mineralsalze für Wachstum, Blüte und Strukturaufbau mittels kurzfristiger Regenausschwemmung=während der "Wachstumsphase" ordentlich durchgießen, mit geringer Düngergabe, anschließend wochenlange Trockenphase!!!
    4. Herkunft= lang andauernde Ruhephase während Trockenmonaten=heruntergefahrener Stoffwechsel, bis auf das nötigste=Winterruhe bei uns, bei Pachys ab/bei ca. 12 Grad(Minimum!) dauerhaft trocken trocken!(Oktober bis März/April)
    5. Dornen heißen diese "Stacheln" bei den Kakteen. In der juvenilen Phase(Jugend) sind diese erst kurz und werden im Übergang zur adulten Phase(Erwachsenenalter) langsam größer und länger. Sie wachsen aber nicht ständig weiter.
    Fragen? Immer gerne her damit!
    Ciao, Tom
    Kakteensammeln ist eine schwere, internationale Krankheit, wer von ihr infiziert wird, ist nicht mehr zu retten!
    Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!

  3. #13
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    Vielen Dank für die profunden Antworten. Damit kann ich was anfangen. Nun meine Kakteen stehen die frostfreie Zeit immer im Freien (Regen geschützt). Gießen je nach Temperaturen. Diesen Sommer mehr als sonst aber unregelmäßig, wie in der Natur. Verbrennungen werden durch eine Sonnenschutzfolie verhindert, sie werden langsam an Sonne gewöhnt.
    Ich werde den Burschen mal in mineralisches Substrat umsetzen. Ich habe ca. 30 Kakteen einige über 40 Jahre in meinem Besitz, aus Samen gezogen.
    Grüße
    Arco

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