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Thema: Engerlinge im Dezember!

  1. #1
    Benutzer * Avatar von sunshine
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    Unglücklich Engerlinge im Dezember!

    Liebe Kakteenfreunde

    Ich heule gleich. Meine wunderschöne Stapelia stand - wie üblich - den Sommer über draussen. Als es kühler wurde, habe ich sie reingeholt. Neulich fing sie an schlapp auszusehen. Ich hatte aber auf das Jahresende hin noch so viel zu tun, dass ich nicht sofort dazu kam, sie eingehender anzuschauen. Nun habe ich - ich bin schon fast dankbar dafür - ein paar Wollläuse entdeckt. Also habe ich keinen weiteren Aufschub zugelassen und die Pflanze von ihrem Winterplatz geholt. Ein grosser Trieb fiel mir praktisch entgegen.

    Mir schwante Böses und meine Küche wurde demzufolge sofort zum OP-Saal umfunktioniert, um die Pflanze zu untersuchen. Was ich sah, hat mich regelrecht schockiert. Im Topf haben sich zahlreiche (auf dem Foto sind nur einige davon zu sehen, die anderen waren da schon gehimmelt) Engerlinge eingenistet, die Wurzeln sind praktisch alle an- oder abgefressen. Ich musste nun radikal vorgehen, hab die ganze Erde und die völlig kaputten Triebe entsorgt, den Topf zu Tode gebacken (andere backen zu dieser Jahreszeit Plätzchen ), die paar Wollläuse entfernt, Triebe abgespült, alles behandelt und nun heisst es abtrocknen lassen und dann hoffen, dass in neuer Erde noch einiges zu retten ist.

    Hattet Ihr auch schon Probleme mit Engerlingen? Wie beugt man vor, wie behandelt man? Oder ist das einfach ein weiterer Nebeneffekt von 2020? Ich bin echt grad ziemlich überrascht und ratlos und frage mich, ob's wirklich noch zu früh für einen Schnaps ist.

    Betrübte Grüsse

    sunshine

    20200927_145123.jpg20201226_140346-01.jpg20201226_150734-01.jpg

  2. #2
    Moderator ***** Avatar von micha123
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    Zitat Zitat von sunshine Beitrag anzeigen
    ...
    Engerlinge
    ...
    Ich musste nun radikal vorgehen, hab die ganze Erde und die völlig kaputten Triebe entsorgt, den Topf zu Tode gebacken (andere backen zu dieser Jahreszeit Plätzchen ), die paar Wollläuse entfernt, Triebe abgespült, alles behandelt und nun heisst es abtrocknen lassen und dann hoffen, dass in neuer Erde noch einiges zu retten ist.
    So etwas habe ich noch nie gesehen. Dass so viele große Larven in dem Topf nicht viel übrig lassen würden, das war zu erwarten

    Stapelia bewurzelt sich aber normalerweise problemlos. Falls nicht ist vermutlich die Luftfeuchtigkeit zu gering (Gefrierbeutel darüberstülpen sollte helfen).
    Mir wurde empfohlen die Triebe nicht tief einzugraben. Ich habe sie dann nur aufgesetzt und mit Holzstäbchen stabilisiert (bis sie angewachsen waren). Hat gut funktioniert.

    Gruß,
    Micha

  3. #3
    Erfahrener Benutzer **** Avatar von stachelmaus
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    Ich hatte solche Engerlinge (oder so ähnliche) auch schon. Vermutlich leben die einfach bei uns... und nisten sich ab und zu auch bei Zierpflnzen ein. In Deinem Fall ist es vielleicht schade um die große Pflanze - aber wie Micha schon schreibt lässt sich Stapelia leicht bwurzeln. Genug Material hast Du ja

  4. #4
    Erfahrener Benutzer ** Avatar von Dicke
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    Hallo
    Was tatest du mit den ausgegrabenen Larven? Man kann wählen, ob man sie verfüttert an Heim- und Wildtiere oder sie weiter pflegt in der Weise, dass man die Larven zusammen mit Erde und Pflanzenschnittresten in ein anderes Gefäß packt, das man mit einem Netz abdeckt/ oder sichert, wo sie leben/ fressen, sich verpuppen und sich letztendlich zu Imagines entwickeln können. Erst dann würde man sehen, welcher Art die Untermieter sind. Das müssen nicht zwingend Käferlarven sein. Auch die Larven etlicher anderer wirbelloser Arten sehen so aus. Larven von Wildbienenartigen halten sich auch nicht streng an das nette Image, wonach sie nur die Pollen, die Nektarien und nur die Pflanzenteile fressen, die von den Elterntieren zusammen mit den Eiern in den Brutzellen deponiert wurden. Es ist auch nicht immer so, dass sich Insektenlarven streng nach Kalender verpuppen oder wenns Nahrungsdepot in den Brutzellen leer ist. Sie fressen, wenn sie in der Umgebung Nahrung finden und wenn das Klima angenehm ist.
    Hättest in der alten Erde nach den typischen Formen der Brutzellen fahnden können: Brutzellen können wie Zigarren aussehen (aus trockenen gerollten Blattteilen bestehen) sie können aussehen wie Röhren aus gehärtetem Kleister (lehmig und mit Sekret verklebt). Es gibt auch Wildbienen, welche Wurzeln anbohren und Gänge in sie graben.
    Ansonsten suggeriert mit das 3.Bild, dass noch ein paar Pflanzen mit intakten Wurzeln übrig waren, die neu eingepflanzt bestimmt wieder wachsen und toll aussehen werden in der Schale.
    Alles gute wünsche ich

  5. #5
    Benutzer * Avatar von sunshine
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    Vielen lieben Dank Euch allen für Eure Kommentare!

    Dass Stapelia einfach wurzelt, ist mir bekannt, ich finde es halt trotzdem schade, weil so ein Überraschungsangriff wirklich nicht nötig gewesen wäre. Ich hab nun die noch brauchbaren Triebe auf zwei grosse Töpfe verteilt und bin eigentlich guter Dinge, dass ich mich auch weiterhin an der Stapelia erfreuen kann.

    Da ich meine Pflanzen im Sommer draussen pflege, mache ich mir halt Sorgen, dass es andere auch erwischt hat, die dann vielleicht weniger rasch wurzeln. Wenn das bei einem 50 jährigen Kaktus passieren würde, dann wäre der Schock um ein vielfaches grösser.

    @Dicke Ich bin ziemlich sicher, dass es sich um Larven des Rosenkäfers (Cetonia aurata) handelt. Wir hatten hier im letzten Sommer eine deutlich grössere Poplulation als üblich und ich habe auch mehrfach Tiere gesehen, die zur Eiablage in Blumentöpfen gegraben haben. Allerdings nur in Pflanzentöpfen, die um einiges feuchter waren als die der Kakteen und Sukkulenten. Brutzellen oder auch verpuppte Larven habe ich keine gefunden, als ich den Topf auseinander genommen habe. Allerdings eine mehrere Zentimeter dicke Schicht Kot, in der nichts pflanzliches mehr vorhanden war. Die Viecher scheinen also schon eine ganze Weile in dem Topf gewütet zu haben. Ich habe einige der Larven unseren Echsen angeboten, die waren aber nicht sonderlich begeistert.

    Nachdem die neu eingepflanzte Stapelia nun in einem anderen Raum / Stockwerk steht, kam mir heute im ursprünglichen Raum leider erneut ein Engerling entgegen. Ich fürchte also, dass noch ein weiterer Topf infiziert ist. Glücklicherweise ist die Auswahl dort gering, da nicht alle Pflanzen in diesem Raum den Sommer über draussen standen. Ich werde also wohl nochmals eine Umtopfsession starten müssen.

    Falls jemand einen Tipp haben sollte, wie man der Eiablage vorbeugen könnte (bei Vollmond linksgerührtes Knoblauchwasser oder von mir aus auch etwas, das im Fachhandel erhältlich ist), wäre ich sehr dankbar. Es kann ja nicht sein, dass ich nun jeden Herbst über 100 Töpfe zur Kontrolle umgraben muss. Auf Gift verzichte ich bei uns im Garten, aber die Engerlingsüberraschung war dann doch etwas zuviel Natur für meinen Geschmack.

    Edit: Ich lese gerade, dass die Engerlinge von Rosenkäfern eigentlich keine Schäden an Pflanzen anrichten sollten. Entweder steigen die bei Nahrungsmangel doch auf lebende Pflanzenteile um oder es handelt sich um ein anderes Tier. Möglicherweise werde ich den Rat von Dicke befolgen und eines der Tierchen "ausbrüten", wenn ich - was ich zwar eigentlich nicht hoffe - wieder eins finden sollte.
    Geändert von sunshine (29.12.2020 um 13:21 Uhr)

  6. #6
    Benutzer * Avatar von sunshine
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    Hallo zusammen

    Ein kleines Update von meiner Seite zum obengenannten Problem. Nachdem in den letzten Wochen im Winterquartier meiner Pflanzen zu unserer eher mässigen Begeisterung ca. 45 Rosenkäfer das Licht der Welt erblickten, gehe ich nun doch schwer davon aus, dass es sich in meinen Töpfen um Rosenkäferlarven handelte. Bis auf vier Töpfe, die zu gross und schwer sind, als dass ich sie alleine bewegen könnte, stehen alle Pflanzen schon seit einiger Zeit wieder draussen - aber auch aus diesen vier verbleibenden krabbelt immer mal wieder so ein goldenes Tierchen heraus.

    Mysterium gelöst. Danke an alle, die mir hier mit Rat zur Seite standen!

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