Dann will ich gleich mal meine Gründe für eine Mitgliedschaft in der DKG nennen:

1.) Wie bei den meisten Mitgliedern ist auch bei mir die monatlich erscheinende Zeitschrift «Kakteen und andere Sukkulenten» (KuaS) ein wichtiger Grund, der DKG beizutreten, denn diese erhalten derzeit nur Mitglieder. Früher war das anders, da gab es die KuaS auch im Fachhandel. Das könnte wieder so werden. Aber selbst, wenn es die KuaS am Kiosk gäbe, würde sie in etwa so viel kosten, wie die Jahresmitgliedschaft in der DKG, mit der man viele Vorteile erwirbt.

2.) Es gibt Dinge, die einzelne oder kleine Gruppen nicht erreichen können, weil sie keine Lobby darstellen. Eine grössere Gesellschaft wie die DKG (5.800 Mitglieder sind ja nicht gerade wenig) kann auf politischer Ebene, im Umgang mit deutschen Behörden aber auch international vieles erreichen und sich bei vielen Adressaten Gehör verschaffen. Das tut die DKG sicherlich in manchen Bereichen zu wenig, was sich ändern lässt, indem man aktiv mitarbeitet.

3.) Letzte Woche konnte ich an einem kleinen Beispiel erfahren, was die DKG alles leistet. Ich erhielt über das Heidelberger Herbarium die Anfrage eines britischen Kakteenforschers (nein, es handelt sich nicht um David Hunt) nach der Erstbeschreibung von Parodia andraeoides. Brandt hatte zwar den Typus in Heidelberg hinterlegt, nicht jedoch die Erstbeschreibung. Die DKG betreibt ein Archiv für Erstbeschreibungen, in welchem über 13.000 Erstbeschreibungen, Umkombinationen, Emendationen etc. zusammengetragen sind. Dieses wird in ehrenamtlicher Arbeit verwaltet. Ein solches Archiv kann man nicht in ein paar Pappkartons unterbringen. Die DKG sorgt für eine archivarischen Kriterien entsprechende Unterbringung der Beschreibungen und für die reibungslose Bearbeitung von Anfragen. In meinem Fall begann es mit einem Telephonat am Nachmittag des 15. Januar 2008 mit Herrn Lorenz, dem Ansprechpartner für das Archiv. Ich legte ihm meine Anfrage dar, er notierte sich die Art sowie die von mir recherchierte Quelle der Erstbeschreibung und meine Fax-Nummer. Zur Sicherheit schickte ich gleich noch ein Fax, damit es nicht zu Missverständnissen beim Artnamen kommt (es gibt ja auch P. andreae!). Ferner fragte ich nach den Kosten und erhielt die Auskunft, dass dies bei einer einzelnen Erstbeschreibung selbstverständlich kostenlos sei. Am nächsten Tag erhielt ich ein Fax mit dem Hinweis, dass die Erstbeschreibung im Archiv vorhanden und deren Kopie und Versand in Auftrag gegeben worden seien, was ein anderer ehrenamtlicher Mitarbeiter erledige, und was etwas dauern könne, da die Mutterkopien der Erstbeschreibungen an einem anderen Ort lagern. Bereits am 21. Januar, also nur sechs Tage nach meiner Anfrage, erhielt ich einen Brief von der Atomic Plant Nursery, worin sich eine Kopie der maschinenschriftlichen Erstbeschreibung durch Fred H. Brandt sowie eine Kopie der Erstpublikation in der «Stachelpost» befand. Ich war hocherfreut und konnte dem englischen Kakteenforscher die gesuchte Erstbeschreibung zuschicken. Dafür lohnt es sich, Mitglied der DKG zu sein!

4.) Viele andere Gründe gibt es, z.B. die tollen Berliner Kakteentage und andere Kakteenschauen, Diathek, Pflanzennachweis, Auskunftstelle etc., die ich hier nicht im einzelnen aufführen will. Vielleicht haben andere Forenmitglieder dazu etwas zu sagen.

Schöne Grüsse
Niko alias Hartkerius