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Neuentdeckung eines alten Hobbies
Nachdem ich nun schon viel im Forum gelesen und jede Menge nützliche Tips erhalten habe, möcht ich mich auch aktiv beteiligen und als erstes ein Dankeschön an alle schicken, die mich mit ihren Beiträgen belehrt, verwirrt, auf neue und alte Ideen gebracht und mir sooo viel geholfen haben.:jo::grin:.
Nach einer persönlich schwierigen Zeit kam mir Mitte des Jahres die Erinnerung an ein lange ruhendes Hobby wieder. Also schaute ich mal vorsichtig und beschämt nach den alten Beständen im "Ruhequartier" und es hatten erstaunlich viele (unter anderem ein! selbst ausgesäter "Schwiegermutterstuhl") die zu lange Zeit der Ignoranz überlebt.:oops:
Also nichts wie raus mit den teilweise arg mitgenommenen Pflanzen auf die Terasse und die versäumte Zuwendung nachgeholt. Als Dank wurde ich tatsächlich nach kurzer Zeit sogar mit einer Blüte belohnt. Sofort war das alte Fieber geweckt und, dank Internet, die begehrten Arten, die von damals (Anfang der 90'er) noch in Erinnerung waren, als Samen bestellt und mit meinem Sohn (11) auch sofort ausgesät. Darunter Astrphyten, Echinocacteen, Melocactus und die damals vergebens gesuchten "Asselkakteen". Dabei war mir im Moment ziemlich egal, welche Jahreszeit gerade war und ob sich dieser Zeitpunkt zur Aussaat eignete. Mein Sohn war auch gleich mit von der (Begeisterungs)Partie und so kam schnell eine zweite Aussaat dazu.
Und dann die Erkenntnis, dass die Tage kürzer werden und die Kleinen noch zu schwach für Winterruhe sind. Also: durchkultivieren. Nach vielem Lesen hier im Forum habe ich mir dann eine Fensterbank-kompatible Lösung gebastelt, die ich hier kurz vorstellen will. Auf ein Gestell aus Leisten und Brettern aus dem Baumarkt (ich bastle halt gern mit Holz), kamen je Etage eine 60 cm T5 Leuchtstofflampe (865) 24W mit einem 2x24W Vorschaltgerät (alles von Ebay). Als Reflektor habe ich ein 110mm Abflussrohr in passender Länge längs halbiert und mit Alufolie ausgeklebt. Als Aussaatschalen benutze ich 250ccm Feinkostbecher (die waren in unserem Geschäft vorrätig). Löcher im Boden, der Deckel leicht zu öffnen zum vorsichtigen Lüften und komplett transparent - für Licht von allen Seiten, sind die einfach prima geeignet und - billig! Der Abstand zwischen LSL und Substrat beträgt ca. 22cm und kann bei Bedarf durch Untersetzter für die Aussaatschalen verringert werden. Das Ganze steht im Wohnzimmer an einem Nordfenster und kann bei Bedarf komlett von der Fensterbank heruntergenommen werden. Noch eine Zeitschaltuhr davor (6-20 Uhr) und jetzt wird getestet. Auch die Temperatur stimmt - je nach Umgebung zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Nachts durch Absenkung der Raumtemperatur und fehlende LSL-Heizung etwas unter 20 Grad.
Ich denke das sollte gut funktionieren und wenn nicht - tja dann kann ich nächstes Jahr um so mehr "Neue" aussäen.
So ziemlich alle Infos dafür habe ich hier aus dem Forum. Deshalb nochmal ein dickes Danke an Alle.
Jetzt versuche ich nochmal ein paar Fotos anzuhängen und sage dann für heute
Gute Nacht
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Update November 2012
Stolz möchte ich heute mal von den bisherigen Erfolgen berichten. Wie man auf den Fotos sieht, hat sich ganz schön was entwickelt.
Mit der Keimquote bin ich, für den ersten Versuch, eigentlich sehr zufrieden, von 120% ;-) bei den einfachen Arten (Ferocactus, Echinofossulocactus, Euporbien...) bis zu immerhin 2 von 10 bei den von mir sehr begehrten Pelecyphora asseliformis.Zwei Arten (Gymnocalycium und Stapelia) haben leider überhaupt nicht gekeimt.
Leider stellte sich das Aussaatsubstrat als nicht so ideal heraus (Gartenerde+Sand; zu fein gesiebt). Das wurde nähmlich nach kurzer Zeit hart wie Beton. Besonders die wurzelempfindlichen Astrophyten haben mir das ziemlich übel genommen. Aber überlebt haben dann doch einige. Von einer Art Gymnocalycium waren nach einer Woche Urlaub aber leider alle Sämlinge schwarz! In dieser Zeit standen diese abgedeckt unter meiner künstlichen, automatischen Sonne. Hat jemand eine Idee, woran das gelegen haben könnte?
Wegen des harten Substrats habe ich einige Arten sehr zeitig pikiert (3. Monat). Dabei habe ich dann auch gleich die jeweiligen Vorlieben beachtet (rein mineralisch...). Die pikierten Pflanzen leben alle noch und wachsen, nach einer kurzen Pikierschockpause, auch sehr schön kräftig weiter. Teilweise habe ich auch schon die Abdeckungen entfernt, und ohne Treibhausklima sehen diese Sämlinge jetzt schon schön robust aus. Die Pflänzchen ohne Dach über dem Kopf werden regelmäßig gesprüht und so ein klein wenig Flüssigdünger habe ich heute auch schon mal zugesetzt.
Auf dem zweiten Bild sieht man, von links: Euphorbia obesa (die hatten beim Keimen lange Stiele bekommen, deshalb habe ich sie jetzt tiefer eingebuddelt), Euphorbia figuerii, im Dritten halb und halb Echinoossulocactus und Ferocactus glaucensens (O.K., die sind noch etwas winzig) und Ferocactus latispinus (hatte der liebe Herr Kakteen Kö... mir ein Tütchen zuviel geschickt-geschenkt, deshalb sind'jetzt ganz schön viele; auch Bild 3). Also,wer sich schon mal voranmelden möchte;-)
So, jetzt werde ich mal weiter beobachten, pflegen und gegebenenfalls berichten; für die Nachsaat sind auch schon ein Paar Tütchen Samen bei Katussnake Edith bestellt.
Grüße
Thomas