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Thema: Algen in Kinderstube loswerden

  1. #11
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Bimskiesel
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    Also kann man eigentlich auch unbesorgt wegen des Ph-Werts sein? Ich kontrolliere ab und an das Substrat oberflächlich und tiefer, wobei der oberflächliche ph-Wert eben so um die erwähnten 8 liegt.

    Bisher gedeihen alle Keimlinge, die aufgelaufen sind, recht gut. Nur zwei Aztekium ritteriis und eine Epithelantha neomexicana sind (vermutlich) von einem heimtückischen Pilz gefressen worden. Was war nach einer Pikieraktion.

    Gruß, Antje
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  2. #12
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Egger
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    Zitat Zitat von Bimskiesel Beitrag anzeigen

    Bisher gedeihen alle Keimlinge, die aufgelaufen sind, recht gut. Nur zwei Aztekium ritteriis und eine Epithelantha neomexicana sind (vermutlich) von einem heimtückischen Pilz gefressen worden. Was war nach einer Pikieraktion.

    Gruß, Antje
    Komisch, denn nach dem pikieren sollten die Sämlinge doch schön luftig stehen.

  3. #13
    Erfahrener Benutzer **** Avatar von CBCAtze
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    Zitat Zitat von Bimskiesel Beitrag anzeigen
    Also kann man eigentlich auch unbesorgt wegen des Ph-Werts sein? Ich kontrolliere ab und an das Substrat oberflächlich und tiefer, wobei der oberflächliche ph-Wert eben so um die erwähnten 8 liegt.
    Hallo,
    um Ph Werte habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und auch nicht gemessen, dazu sagen sollte man vielleicht noch das ich in Aussaatsubstrat von Haage(humös) aussähe und mit 5Tage abgestandenem Leitungswasser und ab und zu mit frischem Regenwasser gieße.
    Gruß

  4. #14
    Erfahrener Benutzer ** Avatar von DenisM
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    Hallo,

    in der Botanik werden Algen stets als Euthropierungszeiger gesehen.

    Chlorococcus sind Algen, die auf Bäumen wachsen (Rinde, die mit einer grünen Schicht bedeckt wird). Diese Algen wachsen an Stellen, an denen

    a) durch nahe liegende Landwirtschaft und (Sprüh-)Düngung, wodurch viele Nährstoffe auf die Rinde gelangen, die dort normalerweise nicht vorkommen

    b) durch Autoabgase, da diese Ammoniak (NH3) enthalten und dieser, wie an der Formel ersichtlich, Stickstoff einträgt. Dieser steigert auch das Flechtenwachstum.

    Erst seit kurzem werden Algen als Zeiger für Luftqualität herangezogen, vorher handelte es sich ausschliesslich um Flechten. In diesem Zusammenhang wurde übrigens auch die Flechte Xanthoria parietina als Zeiger für Stickstoffeinträge verwendet. Lange rätselte man, warum diese Flechte auch abseits landwirtschaftlichen Gegenden an Straßen wächst, bis man auf Möglichkeit b) kam.

    Der pH-Wert spielt für Algen keine wirkliche Rolle, solange Nährstoffe vorhanden sind, wachsen diese. Anders bei den Flechten, wo es acidophile und acidophobe Arten gibt, die entsprechend des Rinden-pH's (durch sauren Regen z.b.) vorwiegend vorherrschen.

    Dieser kleine Exkurs in die Botanik sollte nur dazu dienen zu begründen, warum ich glaube, dass die Algen definitiv hauptsächlich aufgrund des Düngers in der Kinderstube entstehen (natürlich spielt die Feuchtigkeit und das Licht auch eine Rolle )

    In Aquarien wuchern Algen auch nur in Becken, wo zu wenig Nährstoffe von anderen Pflanzen verstoffwechselt werden und somit ein Nährstoffüberschuss herrscht.

    Gruss
    DenisM

  5. #15
    Travelbear
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    Hallo Antje,

    einen pH 8 in einem Substrat muß nichts schlechtes sein, wenn Du calcophile Pflanzen pflegst. Nur sollte dann das Substrat auch reichlich Kalk enthalten.
    Was für ein Substrat hat denn diesen besagten pH-Wert?
    Welche Bestandteile besitzt dieses Substrat?
    Welche Pflanzen ziehst Du denn darin auf?
    Wie mißt Du denn den pH-Wert?
    Du hast geschrieben, daß Du Dein Wasser ansäuerst, mit welcher Säure?
    Was für ein Wasser säuerst Du an, Leitungswasser, Regenwasser, demineralisiertes Wasser?
    Welche Säuremengen setzt Du zu?
    Welchen pH-Wert besitzt dieses angesäuerte Wasser?

    Zum pH-Wert und ansäuern von Wasser ist einiges im Themenbereich Aussaat in letzter Zeit geschrieben worden. Um mir aber Gedanken zu Deinem Problem machen zu können brauche ich Infos zu den obigen Fragen.
    Zum Vergleich, ich halte meine Sämlinge (Discocacteen) unter Kunstlicht (Blauanteil intensiviert, 14 h/Tag) bei ca. 30-35° unter Folie seit ca. 3 Monaten. Mein Vorratsgefäß mit angesäuertem Wasser ( pH 5, ca. 400mg Phosphorsäure in 25 l) zeigt Algenbewuchs, jedoch keine der lichtdurchfluteten Anzuchtschalen, die mit diesem Wasser hin und wieder gegossen werden.
    Wenn auch noch Pflanzen bei Dir durch Pilz eingehen, zeigt das, daß die Pflanzen gestresst und geschwächt sind. Um aber herauszufinden wo angesetzt werden muß, sollte das Umfeld zu gut wie möglich bekannt sein.

    Gruß Peter

  6. #16
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Bimskiesel
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    Danke erstmal an alle, die hier Beiträge gepostet haben. Für mich sind alle sehr interessant.

    @ Egger:

    eigentlich hätte ich die Kleinen noch lange nicht pikieren sollen, aber es war eher eine Notaktion, weil ich den veralgten Quarzsand entfernt habe. Dabei sind die erst 3 Monate alten A. ritteris zu sehr gestresst worden. Außerdem benutze ich immer noch die Abdeckung des Saatgefäßes, um die Kleinen vor meinem gefräßigen Kater zu schützen. UND wahrscheinlich hatte ich das Substrat zu feucht gehalten.

    @ DennisM:

    Interessant... Das Algenphänomen zeigte sich (wie oben schon beschreiben) nach der ersten Düngung. Dazu passt ja Deine Erklärung, dass Nährstoffgehalt eine Rolle spielt.

    @ Travelbear:

    Ich habe den Beitrag zum ph-Wert + angesäuerten Wasser gelesen. Hier die Antworten auf die Fragen...

    1. Was für ein Substrat hat denn diesen besagten pH-Wert? - oberste Schicht des Bimskiessubstrats. Ca. 2 mm. Tiefer ca. ab 0,5 cm ist der ph-Wert um die 5.
    2. Welche Bestandteile besitzt dieses Substrat? - Unten Lavalit, oben auf Bimskies, kein organischer Anteil.
    3. Welche Pflanzen ziehst Du denn darin auf? Eriosyce, Sulcorebutia, Obregonia, Lophophora, Epithelantha, Aztekium.
    4. Wie mißt Du denn den pH-Wert? - ganz profan unwissenschaftlich mit Indikatorpapier.
    5. Du hast geschrieben, daß Du Dein Wasser ansäuerst, mit welcher Säure? - Citronensäure (Granulat aus der Apotheke)
    6. Was für ein Wasser säuerst Du an, Leitungswasser, Regenwasser, demineralisiertes Wasser? - Leitungswasser
    7. Welche Säuremengen setzt Du zu? - s.u.
    8. Welchen pH-Wert besitzt dieses angesäuerte Wasser? - bis ein ph-Wert von 4 erreicht ist (das mache ich derzeit so, damit der vorhandene ph-Wert im Substrat beim Sprühen gesenkt wird.)
    Vielleicht kannst Du Dir damit ein genaueres Bild machen.

    Viele Grüße, Antje
    Geändert von Bimskiesel (03.10.2008 um 23:47 Uhr)
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  7. #17
    Travelbear
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    Hallo Antje,

    also wenn ich mir so Deine Gattungen anschaue die Du ausgesät hast, dann frage ich mich warum Du das Wasser ansäuerst. Bis auf die Sulcoreputien , wachsen alle anderen Gattungen auf teilweise recht kalkhaltigem Boden. Eriosyce in den Anden (Gebirge aus Kalksediment der pazifischen Platte und Gestein der südamerikanischen Kontinentalplatte) Wüstenzone (Atacama und angrenzende Gebiete), hat also wenig/keine Untergrundvegetation die zur Humusbildung wichtig ist.. Ähnlich ist es bei Epithelantha, Oberegonia, Lophophora und Aztekium. Auch hier handelt es sich um hochgeschobenen maritimen Meeresboden der einen hohen Kalkanteil aufweist. Tatsächlich sind Epithelantha und Aztekium Calcophile. Sie wachsen also in stark kalkhaltigen Böden. Da Oberegonia und Lophophora geologisch gesehen im gleichen Gebiet vorkommen, dürften sich deren Ansprüche nicht sehr unterscheiden. Sie alle wollen also einen Boden mit pH 7 und höher. Ein Wasser das dann einen für sie unnatürlichen pH 4 aufweist, ist ein Stressfaktor.
    Bei Sulcoreputien dürfte es ähnlich sein, aber da gibt es innerhalb der Gattung deutliche Unterschiede.

    Das Substrat ist eigentlich für Deine Arten bestens geeignet. Allerdings ohne die Säurezugaben. Auch ist Zitronensäure nicht die beste Wahl, Hier bietest Du wirklich den Mikroorganismen und Pilzen etwas an, was in deren Stoffwechselkreislauf hochwillkommen ist. Eine unkontrollierte Vermehrung ist vorhersehbar. Eher geeignet wäre Schwefelsäure, hier wandelst Du den Kalk in Gips um, das düngt Deine Kakteen, aber nicht die Algen und Pilze. Und dann bitte auch nur bis pH 6-7 mit Tendenz zum höheren Bereich. Ich würde aber die Säure ganz weglassen und mit dem Wasser gießen, das aus der Leitung kommt.

    Wenn Du es wirklich perfekt für Epithelantha und Aztekium manchen willst, dann mische deren Substrat Kalk- und Gipsgrus (Alabastergrus; bitte KEIN Molotfil und Konsorten!!! nur Naturgips) bei. Eine Maßnahme, der Du vielleicht beim nächsten pikieren Rechnung tragen kannst.

    Ich hoffe, Dir etwas geholfen zu haben, gerne stehe ich für weitere Infos zur Verfügung!

    Gruß Peter

  8. #18
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    Hallo Antje,

    zu den Algen möchte ich auch was sagen. Auch ich hatte früher mit dieser Plage zu kämpfen. Ich verwendete als Aussaatsubstrat meine übliche Mischung, etwa 50% Quarzsand, 25% Lavalit und 25% Bimskies, jeweils nur die feinen Anteile ausgesiebt, so max 1,5mm. Die Substratoberfläche soll feucht sein, auch hell, damit die Samen keimen. Das sind aber gerade die Bedingungen die die Algen zur Entwicklung brauchen. Bei mir entstand dann nach einigen Wochen ein schleimiger grüner Belag, der beim Abtrocknen eine kompakte Schicht hinterließ, welche kaum mehr Luft zum Substrat/Wurzeln durchließ. Ausserdem zerriss die Schicht in kleinere Felder wie man das von Wüstengebieten oft sieht. Die Ränder dieser Felder wölbten sich nach oben, und manchmal wurden sogar die feinen Wurzeln der Keimlinge abgerissen.

    Versuche mit Chemikalien wie sie für Aquarien angeboten werden, brachten keinen Erfolg. Jetzt bringe ich auf die Substratoberfläche nach den Samen eine etwa 3mm starke Schicht von Quarzsand auf, aber mit einer Körnung von 2 - 3 mm (Aquariensand farblos). Keine feinen Anteile!
    Das bewirkt, dass das zur Keimung erforderliche Licht (ich säe mit künstlicher Beleuchtung) noch die Samen erreicht, aber nicht so intensiv dass Algen in gefährlicher Menge entstehen. Die relativ grossen Quarzsandkörner nehmen keine Feuchtigkeit auf und sind auch kurz nach dem Besprühen wieder trocken, daher gibt es keine Algen an der Oberfläche. Vorteilhaft ist auch dass sich an der Substratoberfläche bei den Samen zwischen den Quarzsandkörnern ein für die Keimung sehr gutes Mikroklima bildet.
    http://www.bildercache.de/thumbnail/20081004-200746-393.jpg
    Das Bild konnte nicht geladen werden oder ist nicht mehr verfügbar!

    Wenn die Sämlinge etwa 5mm gross sind, werden sie pikiert, das Substrat wird auch hier mit dem Aquarienkies abgedeckt.

    Ich giesse grundsätzlich mit Regenwasser (von unten anstauen) und sammle für die Wintermonate einige Kanister davon. Gedüngt wird wenn die ersten kleinen Dornen erscheinen. Ich glaube nicht dass das Düngen einen wesentlichen Einfluss auf das Algenwachstum hat, beim ph-Wert habe ich keine Erfahrung - siehe Regenwasser mit ph 5,5.

    Was travelbears Meinung vom Substrat der Südamerikanischen Kakteen betrifft, kann ich dem nicht zustimmen. Ich kenne zwar nur Chile, aber dort habe ich keinen Kaktus in kalkhaltigem Substrat gefunden. Die Pflanzen wachsen eher in verwittertem Urgestein, ich nehme an vulkanischen Ursprungs.

    http://www.bildercache.de/thumbnail/20081004-203940-918.jpg
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    Eriosyce taltalensis v. pygmaea (Pyrrhoc. scoparius) nördlich von Chanaral


    http://www.bildercache.de/thumbnail/20081004-203021-819.jpg
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    "eriosyce" mit Eriosyce aurata im Granitgeröll bei La Pampa, Tal des Rio Huasco

    Es ist also nicht verkehrt bei diesen Pflanzen auf eher saures Substrat bzw. Gießwasser zu achten.

    Grüsse aus Linz an der Donau!

    Adolf
    Geändert von adc (04.10.2008 um 21:38 Uhr) Grund: Bildlink korrigiert

  9. #19
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    Hallo, da hat was mit dem zweiten Bild nicht funktioniert. Hier noch ein Versuch:

    http://www.bildercache.de/thumbnail/20081004-203940-918.jpg
    Das Bild konnte nicht geladen werden oder ist nicht mehr verfügbar!


    Nochmals Grüsse, Adolf

  10. #20
    Moderator ***** Avatar von MarcoPe
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    Hallo Leute!

    Ich mache das genau so, wie Adolf es hier beschrieben hat. Die Aussaaten werden mit gröberem Quarzsand abgedeckt. Der Tipp kam von Uli Haage beim Forum-Treffen im Mai, wenn ich mich recht erinnere.
    Nächstes Jahr werde ich das wieder so machen, die Samen warten schon. Als eigentliches Substrat nehme ich Bimsgries und Perlite, gesiebt durch das Nudelsieb. Düngen ist sehr wichtig, weil ohne Nährstoffe wachsen die Kleinen nicht.

    Gruß Marco

    @Adolf: Der Kaktus scheint in Granitgeröll zu stehen.
    http://www.kakteenfreunde-berlin.de/
    Kakteenversteher, Autor bei Wikipedia, Mitglied und Samenspender bei der Deutschen Kakteengesellschaft

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