Hallo,

Wahrscheinlich gibt es bei Blossfeldia nur eine Art, zumindest nach der neuesten anerkannten Nomenklatur.
Das mit den vielen Synonymen für ein und die selbe Art gibt es in vielen Bereichen(z.B. bei Rebutia pygmaea gibt es über 60 Synonyme für die selbe Art). Das hängt einfach damit zusammen, das es früher noch nicht soviele Möglichkeiten zur exakten Bestimmung bzw. zum Vergleich verschiedener Pflanzen gab. Was anders aussah wurde auch als eigene Art gewertet.

The Cactus Family bzw. das Kakteenlexikon von Anderson bezieht sich da in vielen Bereichen schon auf die Ergebnisse der neueren Forschung.
Heut gibt es ja die Möglichkeit die Pflanzen genetisch zu analysieren und da stellt sich oft heraus das verschieden aussehende Pflanzen den gleichen Genotyp besitzen.
Da Blossfeldia ein sehr großes Verbreitungsgebiet hat, kann es schon sein das die Pflanzen an verschiedenen Standorten, aufgrund unterschiedlicher Wachstumsbedingungen und anderer Einflüsse, verschieden aussehen. Es sind dann unterschiedliche Phänotypen.
Auch wenn der folgende Vergleich jetzt ein wenig hinkt, da die unterschiedlichen Phänotypen durch Züchtung entstanden sind.
Es gibt ja z.B. auch verschiedene Rosensorten, Hunderassen, usw. Alle sehen unterschiedlich aus und sind trotzdem eine Art.
Trotzdem kann man sich ja Pflanzen von verschiedenen Standorten anschauen, denn innerhalb einer Art verhalten sich unterschiedliche Phänotypen doch immer etwas anders.

Bei der Botanischen Systematik handelt es sich einfach um den Versuch die verschiedenen Arten in einen überschaubaren, geordneten Rahmen zu bringen, damit man weiss was es überhaupt alles gibt und was man so erforschen kann. Es ist von Wissenschaftlern für Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte gemacht. Ich finde nicht das Gärtner dabei einen Standart darstellen was man wissen muss und was nicht. Wer sich für die Materie interessiert wird schnell feststellen, das es ohne Systematik nicht geht und wird sich auch entsprechendes Wissen anlesen. Natürlich ändert sich immer wieder etwas, denn auch Wissenschaftler lernen nie aus, deshalb sollte man versuchen geistig beweglich zu bleiben und auch Neuerungen annehmen, wenn diese belegt sind.

Schöne Grüße

Karlchen