Zitat Zitat von Morgans Beauty Beitrag anzeigen
... generell glaube ich das Sammeln an sich einen tiefenpsychologischen Hintergrund hat ...
Ich vermute, darüber gibt es unzählige Untersuchungen, Studien, Diplom- und Doktorarbeiten. Das Phänomen des Sammelns lässt sich sicher aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen ableiten (immer schön horten, damit man im Winter oder anderen Notsituationen einen Vorrat hat ...). Soviel ich weiß, hat Freud andere Erklärungsversuche, denen ich aber nur schwer zu folgen vermag.

Man kann Sammler in zwei Typen einordnen: Soche, bei denen die Tätigkeit des Sammelns im Vordergrund steht und solche, bei denen der Sammelgegenstand die Hauptsache ist.

Ich selbst zähle mich zum zweiten Typus (wie vermutlich die meisten unter uns). Ich vermute aber, dass selbst solche, die zum ersten Typus gehören, es nicht zugeben würden. Dieser Typus ist übrigens arm dran. Denn wenn man alle Gegenstände des Sammelgebiets versammelt hat, erlischt die Leidenschaft.

Ich würde mich in Sachen Kakteen übrigens nicht als Sammler bezeichnen. Erstens habe ich viel zu wenig Platz, um jemals eine vollständige Sammlung zu haben, selbst wenn ich mich nur auf ein winziges Sammelgebiet beschränken würde. Zweitens ist die eigentliche Herausforderung bei den Kakteen m.E. weniger, eine Pflanze zu finden. Die Arbeit (und zugleich der Spaß) beginnt erst mit dem Pflegen, Hegen und Vermehren. D.h. mein Glücksgefühl ist weit höher, wenn eine Pflanze aufgrund guter Pflege wächst, gedeiht oder blüht. Zwar freue ich mich auch über neue Pflanzen oder getauschten Samen. Aber die Freude danach ist noch viel größer.

Sammeln tut man Sachen, Gegenstände. Lebewesen hegt, pflegt und liebt man, aber man sammelt sie nicht. So würde ich das für mich jedenfalls bewerten.


Hardy - Kakteen-Liebhaber, aber nicht -Sammler